Was ist eine Psychose? Einfach und kurz erklärt.
Eine Psychose bedeutet grob gesagt: Ein Mensch erlebt Gedanken, Gefühle oder Wahrnehmungen so stark, dass sie für ihn zur Wirklichkeit werden.
Das kann bedeuten:
- Man fühlt sich beobachtet.
- Man fühlt sich verfolgt.
- Man glaubt, überall Zeichen zu erkennen.
- Man glaubt, Stimmen zu hören.
- Man glaubt krank gemacht oder bestrahlt zu werden.
- Man glaubt Gedanken lesen zu können.
Man denkt, andere Menschen, Medien, der Staat, höhere Mächte oder bestimmte Gruppen hätten es auf einen abgesehen. Für andere wirkt das oft unlogisch. Für den betroffenen Menschen fühlt es sich aber vollkommen echt an.
Man kennt das in kleiner Form zum Beispiel nach einem Horrorfilm. Danach reicht manchmal schon ein Geräusch, ein Schatten oder ein sich bewegender Vorhang, und plötzlich fühlt sich alles anders an. Obwohl objektiv nichts passiert ist, reagiert der Körper mit Angst. Das Gefühl verändert die Wahrnehmung.
Bei einer Psychose kann so etwas viel stärker passieren.
- Aus einem Zufall wird ein Zeichen.
- Aus einem Blick wird eine Botschaft.
- Aus einem Geräusch wird ein Hinweis.
- Aus einem inneren Gedanken wird eine Stimme.
- Aus Angst wird Gewissheit.
Und genau hier liegt das Problem.
Denn bei einer Psychose geht es nicht nur um Gedanken. Es geht auch ganz besonders stark um Gefühle. Ein Gedanke allein wäre oft noch überprüfbar, und man würde ihn sehr viel eher nicht weiterdenken. Aber wenn zu einem Gedanken immer wieder starke Gefühle dazukommen, aus Gründen, die ich gleich noch erklären werde, verändert sich etwas. Dann ist nicht mehr nur der Gedanke wichtig, sondern vor allem das Gefühl, das mit diesem Gedanken verbunden ist.
Mit der Zeit kann dieses Gefühl stärker werden als die eigentliche Logik. Der Verstand, das Wissen und jede neue Information werden dann nicht mehr frei benutzt, um etwas wirklich zu prüfen, sondern immer mehr dafür, dem eigenen Gefühl zu folgen und es zu bestätigen. So entsteht ein Kreislauf: Die Gedanken erzeugen Gefühle, die Gefühle machen die Gedanken wichtiger, und die Gedanken erzeugen wieder neue Gefühle.
So kann sich etwas immer wahrer anfühlen, bis es für den betroffenen Menschen zur Realität wird. Für Menschen, die tief in einer Psychose stecken, kann diese innere Realität irgendwann unumstößlich wirken, weil sie keine andere Erklärung mehr finden, die sich für sie ebenso stark und passend anfühlt. Oft erklärt es ihnen auch niemand. Und selbst wenn es jemand versucht, erreicht es sie nicht mehr richtig.
Das liegt auch daran, dass Menschen in einer tiefen Psychose oft nicht mehr wirklich zuhören können. Nach jedem Satz oder sogar schon bei einzelnen Worten eines Erklärungsversuchs springt ihr Denken weiter. Sie achten dann nicht mehr auf die Erklärung selbst, sondern auf mögliche Zeichen, Nebenbedeutungen, Gefahren oder Bestätigungen. Innerlich sind sie längst wieder in ihren eigenen Gedanken und Gefühlen.
Deshalb ist eine Psychose so schwer zu erklären und so schwer zu verlassen. Der Mensch hat nicht einfach nur falsche Gedanken. Er erlebt Gedanken, die durch starke Gefühle immer wieder bestätigt werden und sich deshalb wie Wahrheit anfühlen.
Ein psychotischer Mensch kann anderen oft auch deshalb kaum zuhören, weil er ihnen nicht glauben und nicht vertrauen kann. Je nachdem, weil andere ihn nicht verstehen können, weil sie selbst noch nie eine Psychose hatten, und weil der psychotische Mensch das bewusst oder unbewusst bemerkt.
In der Logik eines solchen Menschen ist das genauso nachvollziehbar wie für einen gesunden Menschen. Denn wie soll ich jemandem glauben oder ihn ernst nehmen, wenn er mich überhaupt nicht verstehen kann?
So denken auch die meisten völlig gesunden Menschen. Psychotische Menschen sind nicht automatisch dumme Menschen. Sie können sehr intelligent sein. Gerade deshalb kann es sogar sein, dass sie Dinge erkannt, verbunden oder bemerkt haben, die anderen verborgen geblieben sind.
Das Problem ist dann nicht unbedingt, dass sie gar nichts erkannt haben. Das Problem ist oft, dass sich richtige Beobachtungen, falsche Deutungen, starke Gefühle, Angst und innere Gewissheit miteinander vermischen. Dadurch entsteht eine Erklärung, die für den Betroffenen logisch wirkt, für andere aber nicht mehr nachvollziehbar ist.
Die Gefühle treiben dann die Gedanken immer weiter an. Besonders Angst macht einen Gedanken bedrohlich. Und alles, was bedrohlich wirkt, drängt sich auf. Es lässt einen nicht mehr los.
Wenn dann aber immer mehr die Logik und die einfachen Antworten fehlen, sucht man unaufhaltsam weiter. Man sucht so lange, bis man etwas findet, das sich irgendwie erklären lässt. Etwas, das einem die Angst oder das schlechte Gefühl nimmt.
Denn wir Menschen versuchen möglichst alles, um schlechte Gedanken und schlechte Gefühle zu vermeiden. Das kennt jeder Mensch, ob bei einem Mückenstich, bei Liebeskummer, bei Hunger oder bei etwas anderem, das uns stört. Wir wollen, dass dieses unangenehme Gefühl wieder verschwindet.
Wenn man dann eine Erklärung findet, entsteht Erleichterung. Und diese Erleichterung macht die Erklärung glaubwürdig. Freude oder Glück können eine neue Erkenntnis sogar besonders groß und bedeutend erscheinen lassen.
Genau dadurch kann das Gehirn anfangen, sich selbst immer stärker in diese Richtung zu locken. Es folgt den guten Gefühlen, die durch bestimmte Gedanken entstehen. Und je stärker diese Gefühle werden, desto mehr glaubt man auch die dazugehörigen Gedanken und nimmt sie irgendwann als Realität wahr.
Das Gehirn verbindet dann Dinge miteinander, die vielleicht gar nicht zusammengehören. Aber weil starke Gefühle dabei sind, wirkt es nicht wie Fantasie. Es wirkt wie Realität, Wahrheit oder Erkenntnis.
Viele kennen etwas Ähnliches auch vom Kiffen.
Cannabis oder Gras verstärkt oft Gedanken und Gefühle – manchmal sehr stark. Ein Gedanke kann plötzlich unglaublich tief, wichtig oder genial erscheinen. Man denkt etwas und bekommt innerlich ein starkes Gefühl dazu. Es fühlt sich dann nicht mehr wie ein normaler Gedanke an, sondern wie eine besondere Wahrheit, eine grandiose Erkenntnis, etwas ganz Besonderes, etwas, das vielleicht noch nie zuvor jemand gedacht hat.
Vor allem dann, wenn einem selbst noch nicht bewusst ist, dass sehr viele Menschen längst Dinge gedacht haben, an die auch der älteste und größte Kiffer kaum herankommen wird. Aber in diesem Moment glaubt man, etwas Besonderes zu denken, vielleicht sogar etwas völlig Neues oder Revolutionäres.
Manchmal ist der Gedanke wirklich interessant. Manchmal ist er auch tief oder tatsächlich groß. Oft ist er aber genau das nicht. Es fühlt sich in diesem Moment nur so an, auch wenn es völlig übertrieben oder sogar größter Unsinn ist. Manchmal merkt man es später, zum Beispiel wenn man sich selbst dabei aufgenommen hat und sich danach doch sehr wundert.
Das Schwierige ist: In dem Moment merkt man das oft nicht, weil das Gefühl so stark ist. Und genau da beginnt die „Verlockung“ des eigenen Gehirns durch die guten oder schönen Gefühle.
Wenn das Gehirn etwas Tolles findet, schüttet das Belohnungszentrum Stoffe aus, die ein gutes Gefühl erzeugen. Man freut sich oder ist zumindest erleichtert. Man hat ein Puzzlestück gefunden, eine Lösung oder irgendetwas anderes, das plötzlich wichtig wirkt. Das ist toll oder sogar mehr als das.
Das Gehirn belohnt den Gedanken. Man staunt über die Sache oder über sich selbst. Auch wenn man tatsächlich etwas Neues oder für sich selbst Großes verstanden hat, ist es beim Kiffen wie auch bei einer Psychose noch einmal etwas anderes. Denn auch das tolle Gefühl selbst kann sehr mächtig sein.
Bei einer Psychose ist das nur viel ernster und gefährlicher. Deshalb ist Kiffen auch nicht selten ein Auslöser dafür, dass Menschen psychotisch werden. Darum sollten Menschen besser nicht kiffen, wenn sie unter wirklichem Druck, Angst, innerer Unruhe oder anderen schweren Problemen stehen.
Man hat Angst, Stress oder innere Unruhe. Dann sucht das Gehirn nach einer Erklärung. Findet es eine Erklärung, fühlt sich das kurz wie Erleichterung, Freude, Glück oder sogar Rettung an.
Diese Erleichterung wirkt wie eine Bestätigung, und dann sucht man weiter. Immer weiter. Man findet neue Zeichen, neue Zusammenhänge, neue Lösungen, neue Erkenntnisse, neue Beweise. Man findet immer irgendetwas. Und jedes neue „Aha“ fühlt sich wieder wie Bestätigung an.
Das Gehirn wird immer wieder belohnt, während es von der Angst oder dem schlechten Gefühl immer wieder zum guten Gefühl flüchtet. Wie eine Art Sucht. In diesem Sinn keine körperliche Sucht, sondern eher eine psychische oder biochemische Sucht.
So entsteht ein Kreislauf. Nicht, weil der psychotische Mensch dumm oder böse ist, sondern weil sich seine Gedanken und Gefühle gegenseitig verstärken.
Das kann jeden Menschen in die Irre führen, und unter bestimmten Umständen kann es auch jeden Menschen treffen.
Besonders gefährlich wird es, wenn man glaubt, überall Zeichen zu sehen. Dann wird die Welt plötzlich zu einer Art Rätsel. Alles scheint eine Bedeutung zu haben. Jeder Blick, jedes Wort, jede Geste, jede Farbe, jedes Geräusch kann dann als Hinweis verstanden werden. Und das Gehirn hört nicht mehr auf, nach neuer Belohnung, nach dem nächsten guten Gefühl oder nach einer dauerhaft beruhigenden Erklärung zu suchen. Man könnte auch sagen: Es beginnt zu forschen, aber nicht mehr frei und nüchtern, sondern getrieben von Angst, Hoffnung und Belohnung.
Aber genau das ist ein Warnzeichen.
Denn die Wirklichkeit funktioniert nicht so, dass alles um einen selbst herum ständig geheime Botschaften sendet.
Wenn sich trotzdem alles so anfühlt, dann kann das Gehirn gerade Bedeutungen erzeugen, die nicht wirklich da sind. Das Gehirn ist von seiner Natur aus eine Muster-Maschine. Es ist darauf ausgelegt, Muster zu erkennen und Dinge miteinander zu verbinden. Und das Gehirn findet Muster, solange es sucht – selbst dann, wenn es sich längst von der wirklichen Logik entfernt hat und sich eine eigene, in sich logisch wirkende Scheinlogik und Realität erdenkt.
Auch Stimmen können so entstehen.
Das Gehirn führt ständig innere Gespräche. Jeder kennt innere Sätze, Gedanken, Erinnerungen oder Selbstgespräche. Bei starkem Stress, Angst, Schlafmangel, Drogen oder einer Psychose können solche inneren Gedanken plötzlich fremd wirken. Dann fühlt es sich an, als kämen sie nicht mehr von einem selbst, sondern von außen oder von einer anderen Person.
Für den Betroffenen klingt das real. Aber auch etwas, das real klingt, muss nicht real sein.
Eine einfache Prüfung oder ein paar Test können da helfen:
- Kann diese Stimme etwas wissen, das ich selbst nicht wissen kann?
- Kann sie mir überprüfbare Informationen geben, die ich unmöglich kennen konnte?
- Kann sie zum Beispiel einen unbekannten fremdsprachigen Text korrekt übersetzen?
- Kann sie echte, prüfbare Fakten nennen, die ich danach kontrollieren kann?
- Können sie die zukünftigen oder vergangenen Lottozahlen nennen?
Wenn nicht, sollte das zu denken geben und zumindest schon einmal ein erster Gedanke für weitere kritische und weltliche Fragen sein. Kritisch sollte man auch dann sein, wenn man die normale und einfache Logik nicht mehr mit seinen Gedanken und seiner eigenen Logik verbinden kann.
Denn wenn man die Gedanken des eigenen Denkens nicht mehr mit der normalen Logik verbinden kann oder die eigene Logik der normalen Logik widerspricht, kann diese Logik und dieses Denken nicht einfach die wirkliche Realität sein. Schließlich konnte man überhaupt erst aufgrund der normalen Logik dieser Welt denken, fühlen und leben.
Kapselt man sich von dieser normalen Logik ab oder lässt sie einfach links liegen, müsste man auch daran denken, dass es die Gedanken und Gefühle, die man in seiner Psychose entwickelt hat, ohne diese normale Logik gar nicht geben könnte. Wenn du ein psychotischer Mensch wärst oder bist und die normale Logik einfach beiseitelässt, weil sie dir nicht in dein Denken und nicht in dein Gefühl passt, musst du auch logisch weiterdenken: Dann könntest du gar nicht erst denken und existieren. Dann würde es dein Denken und Fühlen gar nicht geben. Dich würde es nicht geben, denn du hättest nicht das Bewusstsein, das du heute oder auch schon als Kind hattest.
Darum solltest du fremde Wesen, eine höhere Macht, Stimmen, geheime Quellen, Zeichen usw. immer wieder an dieser einfachen Logik hinterfragen, wenn sie nicht mehr zur normalen Logik passen, aus der du überhaupt erst denken, fühlen und leben konntest.
Wer schon sehr tief in einer Psychose steckt, kann selbst falsche Antworten und die größten Widersprüche immer wieder passend denken, weil nur noch die eigene Logik gedacht wird. Dann wird sogar jeder Fehler, jeder Widerspruch und alles Unpassende noch als Bestätigung oder Zeichen gedeutet. Das Denken prüft nicht mehr frei, sondern sucht nur noch Bestätigung.
Man kann aus so einem Zustand wieder herauskommen. Aber dafür braucht man Abstand, Ruhe, Hilfe und die Bereitschaft, dem eigenen Gefühl nicht mehr blind zu glauben. Medikamente können dabei helfen, langsamer im Denken zu werden, damit man sein Denken wieder sauber ordnen kann. Das ist keine Manipulation des Gehirns, sondern einfach ein Mittel, um selbst wieder klare Übersicht und Kontrolle über sein Denken und somit auch über sein Gefühl zu bekommen.
So können auch innerer Druck, Angst oder einfach das schlechte Gefühl wieder zu einem guten Gefühl werden – ohne finstere oder übernatürliche Mächte und auch ohne Gras.
Wer psychisch krank ist und die Realität sogar vollkommen verloren hat, kann wieder völlig gesund werden. Ein, wie ich finde, besonders guter Tipp ist, nur zwei einfache Dinge zu verstehen, um das eigene Gehirn wieder normal, logisch und weltlich denken zu lassen: Man sollte einfach nur dem Konditionierung
und den Bestätigungsfehler verstehen. Oder noch besser eine letzte, ganz besonders bedeutende Sache: kognitive Dissonanz.
Ganz wichtig.
Nur diese drei Dinge.
Sehr einfach zu verstehen. Einfache Videos dazu gibt es mehr als genug.
- Klassische Konditionierung
- Der Bestätigungsfehler
- Kognitive Dissonanz
Wer diese drei Dinge versteht, kann besser erkennen, wie leicht das eigene Denken in eine Richtung gezogen werden kann.
Kurz gesagt:
Bei einer Psychose fühlt sich etwas wahr an, weil Gedanken, Angst, Glück, Stress und Wahrnehmung sich gegenseitig verstärken.
- Aber ein starkes Gefühl ist kein Beweis.
- Ein Aha-Gefühl ist kein Beweis.
- Eine Angst ist kein Beweis.
- Eine Stimme ist kein Beweis.
- Und ein Zeichen ist nicht automatisch eine Botschaft etc.
Jeder, der sich vielleicht gefragt hat, ob ich selbst psychotisch bin und mir dieses manipulative System nur einbilde oder mir meine eigene Welt geschaffen habe, sollte sich eine einfache Frage stellen:
Ist das, was ich erkläre, logisch, rational, schlüssig und vor allem weltlich?
Dass ich all das erklären und aufzeigen kann, sollte jedem klar denkenden Menschen deutlich machen, dass ich nicht einfach psychisch krank bin oder unter einer Psychose leide. Vielmehr sollte sich der Mensch, der mir immer noch eine Psychose oder psychische Krankheit unterstellt, selbst einmal mit den drei oben genannten Begriffen befassen und sein eigenes Denken sowie seine eigenen Erklärungen zum System und zu allem von mir Gezeigten hinterfragen.
Wir sehen alle nur das, was wir sehen wollen, und wir sehen nur das, was wir sehen können. Und wir können nicht sehen, was wir nicht sehen können. Aber jeder von uns will etwas. Es ist dein Wille, mein Wille oder unser Wille.
So ist es bei dir, bei mir und genauso bei Ideologen, Manipulatoren, Tätern und Täterinnen – vor allem in den Medien und in vielen anderen Bereichen.
Sie wollen.
Sie verdrehen.
Und in gewisser Weise sind auch sie psychotisch, weil sie ihre eigene Wirklichkeit über die einfache, weltliche Logik stellen.
Die kranken Normalen – und alle, die ihnen folgen.
Eine Art Massenpsychose.
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